Hollstein, Bettina: "Ehrenamt. Ein ökonomisches Phänomen in handlungstheoretischer Perspektive"

 

Projektgrupe/Verfasser

 

Name: Dr., Hollstein, Bettina

 

Über das Forschungsprojekt

 

Titel Projekt: Ehrenamt. Ein ökonomisches Phänomen in handlungstheoretischer Perspektive

Inhaltsangabe: Dieses Projekt befasst sich mit dem Ehrenamt als gesellschaftlichem Phänomen von nicht unerheblicher - auch ökonomischer - Bedeutung. Dabei wird davon ausgegangen, dass aus der Perspektive der ökonomischen Theorie, ehrenamtliches Tätigsein als erklärungsbedürftig angesehen werden muss. Denn es handelt sich hierbei um gesellschaftliche Arbeit, die nicht in der Privatsphäre geleistet wird. Darüber hinaus ist unbestritten, dass durch ehrenamtliche Tätigkeiten produktive Leistungen für die Gesellschaft entstehen, die prinzipiell tauschfähig wären, d. h. dass Ehrenamt Arbeit ist, deren Leistungen auch über einen Markt angeboten werden könnten. Das Ehrenamt stellt somit für die ökonomische Theorie eine Herausforderung dar, da ehrenamtliche Arbeit zwar nicht entlohnt und am Markt gehandelt wird, aber zugleich Leistungen erbringt, die, wenn sie bezahlt würden, das Bruttosozialprodukt erhöhen würden. Ehrenamtliche Arbeit wäre dann also doch Arbeit, die aber keinen Preis hat. Güter die keinen Preis haben, so genannte freie Güter", wie z. B. bestimmte Umweltgüter, führen zu Allokationsproblemen, beispielsweise werden sie aufgrund von Trittbrettfahrerproblemen nicht in ausreichendem Maße angeboten. Ist Ehrenamt somit nur ein ökonomisches Phänomen, das zu Allokationsproblemen führt, weil es nicht vollständig marktförmig ausgestaltet ist? In diesem Fall wäre eine Lösung des Allokationsproblems einfach: Ehrenamtliche Tätigkeiten müssten in Beschäftigungsverhältnisse überführt und entsprechend über den Arbeitsmarkt in die effizienteste Verwendung geleitet werden. Während in der Ökonomie das Ehrenamt eher ein Schattendasein fristet, sind Forderungen im politischen Raum nach dessen institutionellen Förderung, auf breiter Front zu vernehmen. Auf wissenschaftlicher Ebene gibt es eine ganze Reihe empirischer Studien, die sich mit dem Ehrenamt befassen, aber wenig ist zu erfahren über theoretische und konzeptionelle Fragen zur systematischen Ausgestaltung und Förderung des Ehrenamts in einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Allein die Aussage, dass Ehrenamt eine wichtige Funktion für die Gesellschaft erfüllt, zeigt noch nicht, in welcher Weise die Förderung des Ehrenamts stattfinden kann. Wie sollte daher Ehrenamt bzw. bürgerschaftliches Engagement beschrieben und verstanden werden, um zu gehaltvollen Aussagen zu seiner Förderung zu gelangen?Dies sind einige der Fragen, die in diesem Projekt bearbeitet und im Rahmen einer handlungstheoretischen Herangehensweise einer genaueren Antwort näher gebracht werden sollen."

Fachrichtung: Wirt

Hochschule/wiss Einrichtung: Univerität Erfurt

Fakultät: Max-Weber-Kolleg für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien

zur Erlangung des wissenschaftlichen Grads: Habilitation

Betreuer Name: Prof. Dr. Hans Joas, Prof. Dr. Hans Nutzinger, Prof. Dr. Thomas Beschorner

Stand der Arbeit: Laufend

Art der Forschung: Eigenproj.


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